Bundesparteitag 2

 

Ich liege jetzt im Bett und bin überglücklich.

Manche die sich den heutigen Tag im Stream oder Live angeguckt haben werden ob dieser Tatsache etwas irritiert sein. Auch ich fand das GO-Kekswichsen mancher Piraten mehr als lästig, und die Aufregung darüber das Demokratie manchmal nicht das wunderbare ehrenvolle Steckenpferd ist für das wir sie manchmal halten, sondern schwere, ermüdende und manchmal sehr eintönige Arbeit hat meinen Zigarettenkonsum stark gesteigert, und mich enttäuscht. Da dies ja ein programmatisches Blog sein soll, möchte ich mich zuerst zu den beschlossenen Anträgen äussern. Zumindest zu manchen.

  1. Die Anträge zur Wirtschaftspolitik. Vorweg: jeder dieser Anträge ist, wenn adäquat umgesetzt eine grosse Bereicherung zu unserem Land. Ich würde mich sehr freuen wenn wir es schaffen viel von dem was wir beschliessen ab 2013 in die Bundespolitik einfliessen zu lassen. Ich denke das das was beschlossen wurde nicht das bestmögliche Ergebnis ist, aber ein guter Kompromiss auf den jeder Pirat stolz sein kann. Ich scheue mich nicht die wirtschaftspolitischen Fragestellungen die von aussen kommen mit der Hilfe der beschlossenen Anträge zu vertreten.

  2. Der Antrag zur Inklusion hat mir persönlich sehr gut gefallen. Wir sind jedoch eine demokratische Partei und ich kann die Bedenken vieler Mitglieder zu der strittigen Formulierung am Antragsende sehr gut verstehen. Deshalb habe ich wiederholt gegen den Antrag gestimmt. Mir wäre es sehr viel lieber gewesen wenn eine kurze Änderung des Antrags möglich gewesen wäre. Das zeigt einmal mehr das wir eine Politik mit wenigen Hürden und weniger Orgafoo brauchen um agiler und trotzdem demokratisch zu sein

 

Was mich sehr gestört hat war die Schliessung der Diskussion zum Wirtschaftsantrag 444. Viele Menschen die ich für äusserst kompetent halte wollten ihre Meinung zu diesem Antrag vorbringen und wurden durch eine kurzsichtige Haltung von Orga und Versammlungsmehrheit daran gehindert. Ich bin mir sicher das die Wirtschaftsdebatte ein besseres Ende genommen hätte wenn wir anders gehandelt hätten. Meiner Meinung nach sollte das Ende der Debatte nicht mehr so einfach möglich sein. Dieses Tool gehört entweder entfernt oder durch ein höheres Quorum (80% o.ä.) entschärft.

Ebenfalls schön fand ich den Austausch mit vielen Piraten die für viele vielleicht schon eher “Köpfe” als Kollegen sind. Ich danke Dr. Paul und anderen für die schönen Gespräche. Dieser Austausch ist was unsere Partei so besonders macht (zumindest ist das eine der vielen Dinge) und dieser Austausch ist der Grund, warum sich Parteitage nicht durch Online-Alternativen ersetzen lassen, doch dazu evtl. Wann anders mehr.

Insgesamt ist dieser BPT (mein erster) eine sehr schöne Erfahrung. Bei einem Gespräch in der Kneipe mit einem politisch sehr interessierten Mensch der in seiner politischen Couleur wohl eher dem konservativen Lager zuzuordnen ist, ist mir aufgefallen das das, was uns Piraten eint immer stärker sein wird als das was uns trennt. Wir haben tolle Menschen die tolle Anträge stellen, und obwohl wir uns zerfleischen und kritisieren kommen tolle Dinge dabei heraus. Ich habe eine Gemeinschaft mit anderen Piraten erlebt die mich umhaut. Ich schreibe dies vor dem Schlafengehen in einem Hotelzimmer das ich super kurzfristig erhalten habe, durch den Zusammenhalt der Piraten untereinander.

Ich hoffe wir schaffen es uns auf unsere Stärken zu besinnen, und ich freue mich auf morgen/heute.

 

Benjamin.

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