Hallo zusammen,

Es soll heute um ein Thema gehen zu dem ich mich nicht gern und nicht oft äußere: Die Bundespolitik innerhalb der Piratenpartei. Da mir meine Zeit viel Wert ist werde ich das Schreiben dieses Posts auf eine Stunde beschränken. Wenn der Text auf einmal aufhört hat sie wohl nicht gereicht ;). Ich denke viele haben das Zusammenleben in unserer Partei als zunehmend schwierig empfunden. Insbesondere die neue Umfrage, Johannes Angebot zurückzutreten und die Stellungnahme der Saarpiraten gegen Johannes, die SMS Geschichten von Christopher und Johannes… die Liste lässt sich, wenn man weiter in die Vergangenheit zurückgehen möchte noch sehr schön weiterführen.

Annett Meiritz hat in ihrem Artikel die Lage der Piraten äußerst negativ dargestellt. Das dumme ist: Sie stellt es so dar weil es das ist was zurzeit von uns kommt. Die Bürger glauben das wir uneins sind weil wir genau das nach aussen aussenden und nicht weil die Medien uns so darstellen. Die Probleme die wir mit uns haben sind real, und spätestens mit den Gates um Johannes werden uns viele Sachen bewusst. Das heisst aber nicht das Uneinigkeit und Unfähigkeit zur gemeinsamen Kommunikation ein Problem des Bundesvorstands sind. Es handelt sich um Probleme die in einer Partei die sich um größtmögliche Offenheit bemüht an allen Ecken und Enden zu Tage treten.

Wir leiden an dem was unsere größte Stärke ist: Die Vielfalt und die Unterschiede die es in unserer Partei gibt befähigen uns großes für die Menschen in unserem Land zu leisten. Das es bei uns Leute gibt die Sexismus für “kein Problem” halten ist aus Sicht von mir die das anders sehen natürlich zunächst ärgerlich. Wie ich aber damit umgehe ist relevant: Haue ich ihm seine Scheissmeinung um die Ohren? Diskutiere ich ihn zu Tode? Grenze ich ihn aus? Und wenn ihn Leute wählen? Mache ich dann Stimmung gegen ihn? Oder arbeite ich in meiner eigenen Position leise weiter und hör mir geduldig an was “die da oben” sagen? Die Frage wie man miteinander umgeht sollte sich jeder einzelne stellen! Ich persönlich vermisse in der ganzen Debatte das vielgerühmte Demokratieverständnis der Piraten. Wir haben einen BuVo gewählt für ein Jahr. Darin sitzen ein Johannes, der in Sandalen auf Talkshows geht, Geld vom Staat bezieht und im BuVo sichtlich schlecht gelitten ist. Dazu gehören ein Sebastian der eine intransparente AG aufmacht um Positionen die in der Partei zu Teilen schon abgelehnt wurden zu erarbeiten und voranzutreiben (und eine zweite Gruppe zur BTW Strategie… aber wer im Glashaus sitzt…). Dazu gehört ein Bernd der statt AG Arbeit zu fördern Beauftragungen rausknallt, der das gute alte Themen statt Köpfe abschiesst und sich in Bochum mal kurz ohne Rederecht auf die Bühne gestellt hat um die Wiederwahl des BuVos zu verschieben (aus welchen Motiven sei einmal dahingestellt). So. Das sind meine 2 Cent zum BuVo Bashing. Was mir persönlich viel wichtiger ist: Das alles ist SCHEISSEGAL. Was wir brauchen sind Leute die sich hinsetzen in KommunalAKs, die unsere Themen weiterbringen, die piratiges Denken in ihr Umfeld bringen und andere Piraten motivieren. Es gibt Leute die sagen: “was kümmerts mich was der BuVo macht”. So weit kann man leider auch nicht gehen. Die Gesamtpartei muss sich an Infostand und im persönlichen Umfeld dafür verantworten was unsere Vorstände so alles versieben. Ich wünschte es wäre anders aber das bringen Repräsentanten nunmal mit sich. Ich persönlich werde (sollte Markus Barenhoff in den BT kommen) wohl kein Mitglied des Bundesvorstands wiederwählen.

Zum Abschluss noch eine Bitte: BITTE BITTE hört auf euch zu bekriegen. Nicht nur der BuVo sondern ALLE. Wir sind alle Piraten weil wir in unserem Land etwas bewegen wollen. Dafür gibt es 10000 unterschiedliche Ideen wie das zu erfolgen hat, und wir sollten die beste raussuchen. Das funktioniert nicht durch rausmobben, Kleinkriege oder endlose Debatten im Mumble. Das funktioniert in dem man miteinander redet und arbeitet! Wir müssen uns mal um Zeug kümmern das wichtiger ist als wir selbst. Danke meine Zeit ist fast rum als jetzt keine konkrete Auseinandersetzung mit dem Artikel von Annett Meiritz. Das ganze in Stichpunkten:

Wo sie recht hat: Was Machtspielchen angeht unterscheiden wir uns kaum von anderen Parteien. Auf AVs und beim grillen hört man immer den Unterton “soso du willst dich also auf unsere Kosten bereichern/profilieren”. Das das selbst schon für Vorstandsposten (die ja ehrenamtlich sind) gilt macht mich ziemlich traurig. Es sollte wieder mehr um die Sache gehen!

Die Umfragen der Piraten sind scheisse. Das Wahlergebnis Niedersachsen war eine Klatsche sondergleichen und wir sollten uns große Gedanken darum machen! Dazu kommt das der Abschwung kein mysteriöses, zufällig auftretendes Phänomen ist sondern konkrete Ursachen hat die in dem Artikel weitgehende richtig benannt werden!

Das wir 2,2 Millionen Wähler brauchen ist richtig. Das das utopisch ist ist übertrieben. Leider ist da was dran. Wir haben keinen großen Bruder den wir ins Boot holen um uns die 5% voll zu machen. Was wir haben ist ein gigantisches Potential. Ich erinnere mich an die Zeiten wo wir über 10% lagen. Diese Wähler sind nicht weg oder aufgefressen! Sie haben nur den Glauben daran das die Piraten eine sinnvolle Alternative zur herrschenden Politik sind verloren! Vor uns liegt viel Arbeit!

Wo sie Unrecht hat: Wir sind noch lange nicht tot! Auf Demos gegen Studiengebühren/Nazis/Krieg sind Piratenfahnen nicht mehr wegzudenken! Das Interesse und das Engagement für Aktionen wie das #refugeecamp war seitens der Piraten höher als das aller Parteien zusammen!

Die generelle Annahme das der BuVo so unglaublich wichtig ist ist einfach Faselei die sie von anderen Parteien abgeguckt hat. Der BuVo soll verwalten und Basta. Das De Facto auch politische Impulse vom BuVo kommen ist normal und logisch. Daran die Handlungsweise einer ganzen Partei abzuleiten ist (vor allem im Falle der Piraten) sehr gewagt…

Jetzt ist aber wirklich Schluss. Ich mach jetzt das mit dem Arbeiten 😉

Flattr sind übrigens gern gesehen 🙂

Zo Lonk

Nachtrag: Folgender Post ist ganz gut geeignet als Ansatz WARUM wir uns so gern um uns selbst drehen 😉

Warum die Leute lieber ihre Energien in Personaldiskussionen stecken: da kann man ohne Fachkenntnisse mitreden ohne das es jemand merkt.

von: @nyarla23

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