Endlich hab ich mal wieder was was ich hier reinschreiben kann. Mir war gerade langweilig also habe ich im Namen der zu gründenden AG Literaturkritik eine Mail als Antwort auf Dietrich X geschrieben.

Solltet ihr Ironie finden bitte schreibt sie auf einen Zettel, zündet den an, rennt dreimal im Kreis und liked dann diesesn Beitrag.

 

Ahoi,
ganz offensichtlich versucht der Autor hier eine Begrüßung zu schaffen die im Leser ein Gefühl der Gruppenzugehörigkeit hervorruft. Er übersieht dabei das wir uns nicht auf einer Kogge auf der Ostsee vor Lübeck befinden auf der Jagd nach prall gefüllten Hanseschiffen sondern auf einer Mailingliste der Piratenpartei die im 21. Jahrhundert für ein freies Netz, Teilhabe und Eierstempel kämpft. Vermutlich hat der Künstler hier versucht die mit wenig Intelligenz gesegneten Piraten mit Ironie aufs Korn zu nehmen, welche nach wie vor der Meinung sind das Metaphern von Freibeutern und Seeräubern der vergangenen Jahrhunderte hätten in unserer Partei durch die Namensähnlichkeit eine gewisse Berechtigung. Es bleibt zu befürchten das der Künstler selbst zwar die feine Ironie in 5 Zeichen verpackt hat, diese jedoch nicht von jedem Leser mit geringerem literarischen Sachverstand als der verlachte Fehler selbst vorkommen möge.

anbei findet ihr eine neue Umfrage, die uns Piraten bei 2% sieht. Nicht das ich umfragenhörig bin, aber diese Werte geben mir schon zu denken.
in diesem Satz finden sich zwei der größten literarischen Blüten des Künstlers. Zunächst das Wörtchen “anbei” das den Leser in schauriger Erwartung des Höhepunkts des Werkes erschauern lässt. Zugleich zeigt sich hier die künstlerische Fähigkeit der wahren Prosa. Durch den Verzicht auf den elektronischen Verweis (Link/Elfenjunge) auf tatsächlich belastbare Fakten bleibt der Autor im Wagen, Unbestimmten. Er scheint jedem der diese sorgsam ausgearbeiteten Zeilen zu lesen im Stande ist zuzurufen “Nein, mich zwingt ihr nicht”. Gleichsam den streikenden Matrosen zum Ende des 19. Jahrhunderts widersteht der Autor unbeugsam dem gesellschaftlichen Druck eine echte Bedeutung in seinen Text zu legen.
Und damit noch lange nicht genug! Wieder gelingt dem Autor die Brücke zwischen Ironie und Ernst als er, gleichsam dem scheuen Reh im Walde die Formulierung “uns Piraten” verwendet. Liesse er eines der Wörter weg fiele er in den tiefen Abgrund der sozialen Einordnung. Schriebe er “uns” so wäre für immer gefangen, auf Gedeih und Verderb der eigenen Partei ausgeliefert. Als wahrer Künstler hat der Autor erkannt das nur die Ungewissheit, das Wage, der Nebel der Verschleierung ihm die Freiheit schenkt! Schriebe er “die Piraten” so würde er sich verabschieden, hinfortgleiten wie ein Vogel aus den Sphären die seine Kunst beflügeln.
Auch der nächste Satz ist nicht ohne. Er ist zu lesen als eine Hommage an Loriot der in seinem Feierabendsketch die Wörter “ICH SCHREIE DICH NICHT AN” prägte. Solch schnöde Paradoxa jedoch sind dem Autor nicht weit genug gegangen. Nach der Beteuerung das die Figur “nicht umfragehörig” sei relativiert er sich zunächst und gibt seine großen Bedenken bekannt. Im Leser keimt die Frage auf welche genaue Fragestellung sich also dieses Werk beziehen soll? Soll es zum Nachdenken anregen? Wieso dann also die vorweggenommenen Schlüsse? Will er mahnen? Wieso dann die Betonung auf die “Nicht-umfragenhörigkeit”. Sollte der geneigte Leser dieser Analyse sich wundern was genau “Umfragenhörigkeit” bedeuten soll so möchte man ihm zurufen: “Du Narr, du Kleingeist, du Tor!” Hat nicht Shakespeare selbst Wörter geschaffen die bis in die heutige Zeit Bestand haben? Diejenigen die damals über Shakespeares Wortkreationen lachten würden auch heute über diese grandiose Schöpfung lachen!


Immerhin haben wir in NRW eine gutarbeitende Fraktion und abgesehen von AVGate und der Wiederbeschäftigung von Alexander eigentlich ganz passable Arbeit gemacht.
Na lieber Leser? Haben sie es erkannt? “wir in NRW… ganz passable Arbeit gemacht” Wo ist das “Piraten” hin? Hier fiel es selbst uns als AG Literaturkritik schwer den Zusammenhang zu finden. Will sich der Autor nun doch in den Käfig einer eindeutigen Zuordnung begeben? Weit gefehlt lieber Leser! Der Autor macht ebenfalls auf Fehler aufmerksam die er nun gemeinsam mit allen beheben will! Welch Großmut!. Für die geneigten Leser mit geringerer Fachkenntnis: Das AVGate war ein Fehler verursacht durch den Landesvorstand 2012/13. Hauptverantwortlich dafür wurde von vielen Alexander Reintzsch gemacht. Nun, seht ihr es schon? “AVGate und der Wiederbeschäftigung von Alexander” welch Anapher. Kaum einem Leser mag auffallen das es sich hierbei um das selbe dreht! Er parodiert damit subtil jene, die nicht in der Lage sind zu vergessen was geschah. Doch schauen wir uns die literarische Figur des Alexander Reintzsch genauer an. Wer ist dieser mysteriöse Mensch? Ist er ein Mensch? Steht er nicht für die Zielscheibe für all jene die chronisch unzufrieden sind und sich lieber ihrer Pfeife bedienen um die Errungenschaften anderer darin zu rauchen wie der großartige BKill einst postulierte? Ist er die Hexe die verbrannt werden muss um das Volk klein zu halten? All dies kann in diesem kurzen Stück künstlerischer Brillianz gefunden werden. Und wieder beweist der Künstler seine Brillianz in der Kunst des Weglassens.


Gut die Direktkandidaten könnten präsenter sein. Bei uns im REK passiert praktisch gar nichts, aber das kann nicht der Grund für dieses katastrophale Außenwirkung sein.
Mein Eindruck ist eher, dass wir durch die Berliner Eskapaden und bundespolitische Flaute heruntergezogen werden.
Diese leichte Kritik, dieser Hauch von konstruktivistischem Denken hinter sanften Andeutungen! Schon im ersten Satz beweist der Autor seine umfassende Faktenbasis  und untermauert diese mit einem exemplarischen Argument!
Mit feiner Spitze regt der Autor an ein winziges Stück mehr an terminlicher Raffinesse und eine Spatelspitze mehr Einsatz einzubringen. Bei einem Künstler dieses Formates kann sicher davon ausgegangen werden das er zuvor ausführlich persönlich mit der Angesprochenen konferiert hat!. Gleichsam schützend stellt er sich vor sie und beteuert das keinesfalls dieser, von ihm quasi schon behobener Fehler der Grund für die leichten Schwächen die seine geliebte Partei derzeit aufweist sein könne!
Der letzte Satz ist nachgerade die Perle ironischen Geschicks. Es gelingt ihm den in den weniger aktiven, leich oligophrenischen Kreisen der Piraten entstandenen Regionalproporz auf die Schippe zu nehmen und gleichzeitig ein weiteres köstliches Beispiel für die unsägliche Sitte der nautischen Metaphern zu bringen.


Deshalb meine Frage an den fairen Wahlkampfkoordinator. Existiert ein Konzept oder wird daran gearbeitet, wie wir in NRW uns von diesem Negativtrend abkoppeln können?
Geneigter Leser, an dieser Stelle müssen wir uns wohl verabschieden. Diese letzten Tropfen künstlerischer Brillianz sind geschaffen um vom Becher des Lesers selbst aufgefangen zu werden anstatt gleich einem kranken durch die Infusion der AG Literaturkritik eingeflößt zu werden.

Wir bedanken uns für ihr Interesse und freuen uns darauf ihnen weitere Werke der vielen Talente unserer Partei nahe bringen zu können.

Ihre AG Literaturkritik.

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