Hallo ihr alle,

wie ich schon öfters angekündigt habe hier mein Blogpost zum Thema Feminismus und Gendern.

Als erstes werde ich ein paar Erklärungen anbieten wie eins gendert und warum viele Menschen gendern für äußerst wichtig halten. Der Hauptteil dieses Post wird sich damit beschäftigen welche Rolle Genderpolitik bei den Piraten spielt oder eben nicht spielt. Im Abschluss meine Gedanken zum Thema sowie eine Empfehlung wie mit dem Thema in Zukunft umgegangen werden sollte.

Wie das mit dem Gendern geht kann eins sich im Internet ganz gut angucken. Jeder Post zu dem Thema enthält meist auch eine kurze Begründung weshalb gendern sinnvoll ist. Wer sich lieber selbst einliest als es sich hier durchzulesen:

http://raummaschine.de/blog/2012/10/11/gendern-fur-anfanger/

http://genderpopender.de/positionen/gendern-in-texten/ (besonders den letzten Satz beachten ;))

https://junge-piraten.de/wir/warum-wir-gendern/

Oder nochmal in knappen Worten von mir:

Gendern erfüllt den Zweck Menschen die im normalen Sprachbild nicht erkennbar sind sichtbar zu machen. Im Normalfall sind das alle die nicht eindeutig dem männlichen Geschlecht zuzuordnen sind. Unsichtbar machen ist für mich ein fast schon zu harmloser Begriff. Fakt ist das durch gezielte Verwendung von Sprache oder Handlung eine Person oder eine Gruppe von Personen aus einer Einheit ausgeschlossen werden. “Unsichtbar machen” ist daher vollkommen zu Recht eine der “Fünf Herrschaftstechniken”. Diese findet ihr hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Master_suppression_techniques

Auf der Mitgliederversammlung des freien Zusammenschluss der Student*innenschaften hat Angus O’Maoláin, Equality Coordinator der ESU (european students union) einen Vortrag zu den genannten Herrschaftstechniken gehalten. Die Präsentation ist hier zu finden: http://prezi.com/5u-s-artsfek/master-suppression-fzs-0813/

Interessant ist das jede der Techniken euch bekannt vorkommt. Wenn nicht: übersetzt es aufs Deutsche, macht euch genau klar was gemeint ist und euch WIRD etwas einfallen.

Wird es wirklich. Leider.

Darum die erste Schlussfolgerung: Gendern hilft. Aber es reicht noch lange nicht.

Von vielen werden feministische Aktionen wie die “Pirat*innenkon” als ein Grund für den Verlust von Wählervertrauen gesehen. Die strategische Irrelevanz des Themas hatte ich bereits an anderer Stelle (hust Twitter) benannt. Sie ist hier auch nicht Thema. Beleuchtet werden soll der Umgang von Piraten mit Frauen* insbesondere mit Frauen die es als ihr Recht ansehen in der Sprache auf Parteitagen, Kons, Parties und Stammtischen berücksichtigt zu werden. Dafür spricht zum Beispiel auch der Wunsch einer weiblichen Form des Wort “Pirat”. Auf der anderen Seite gibt es Menschen (man kann sie auch Hater nennen. Ob das sinnvoll ist besprechen wir später) die aus verschiedensten Gründen gegen gegenderte Sprache sind und das Anprangern von Geschlechterrollenbildern als Hysterie empfinden. Die wenigsten davon sind mit dem Thema vertraut. Ohne damit einer Argumentation vorzugreifen: es handelt sich im Normalfall um weisse Männer mittleren oder gehobenen Alters. Von dieser Gruppe der Bevölkerung ein besonderes Gefühl für Diskriminierung zu erwarten ist vielleicht auch etwas gewagt….

Die dritte Meinungsgruppe die in solchen Diskussionen oft vertreten ist sind diejenigen die Probleme im Geschlechterverhältnis unserer Gesellschaft sehen, eine sprachliche Verdeutlichung aber ablehnen. Dieser ursprüngliche Gedanke des “postgender” ist offiziell die aktuelle Position der Piratenpartei.

Der erste Teil dieses Posts soll einmal mit einer kurzen Aufstellung enden wie viele sich als Frauen bezeichnende Personen wir bei den Piraten haben. Ich muss leider sagen das ich mich immer wieder liebend gern der Illusion hingebe das Postgender die Lösung sei. Aber seht selbst. Die Zahlen nach 7 Jahren Postgender:

Vorstände ohne Frau*: Berlin, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz,

In knapp einem Drittel unserer Landesvorstände sind keine Frauen vertreten. In unsererm Bundesvorstand Gibt es 2 Frauen und 7 Männer. Insgesamt gibt es im Schnitt 1,625 Frauen pro Landesvorstand….

Daher zweite Schlussfolgerung: wenn wir Politik für alle machen wollen (sogar für Frauen!) muss sich was ändern!

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