Wie ich dachte das es wird wenn ich in Japan bin:

Piratens vertragen sich, sehen das gute im Anderen und schaffen es mit geilen Aktionen TTIP, Überwachung und unserem Umfragetief ein Ende zu setzen.

Wie es ist:

…. Anders….

Bis dahin war dieser Post heute Mittag (also so vor 8 Stunden) fertig. Ich habe dann beschlossen zuerst mein Travelblog weiterzubasteln weil mir dazu gerade mehr im Kopf war.

Nach diesem Tweet von @McWeijers: https://twitter.com/Mcweijers/status/436146677406527488

habe ich aber beschlossen das hier zu Ende zu schreiben.

Für mich haben die beiden Aufreger der letzten Tage eines gemeinsam:

Sowohl das Lauerinterview (das ich eigentlich nicht unlustig fand. Nur halt nicht sinnvoll) als auch die Antifaaktion (inklusive folgendes Twittergemetzel und BuVostatement) haben uns weder inhaltlich noch politisch genutzt. 

Beides hat kein Ziel das dem Ziel einer politischen Gruppierung die klare Ziele hat genutzt hätte.

Antifaschismus ist für mich ein Bekenntnis das zu jedem Demokraten gehört. Und zwar daher weil Faschismus all das ist was die Piraten nicht sind. Für mich ist das das Bekenntnis zu Demokratie, Menschenrechten und Freiheit.

Ich hoffe das mir soweit jede*r in dieser Partei zustimmt. Mein Problem dabei ist das die Deutungshoheit wie was wann gemacht werden kann/darf immer noch jedem Mitglied offen steht.

Für mich gehört das Verhöhnen von Kriegstoten (jeder Nation, jedes Krieges in jedem Fall) der Wunsch nach Anarchismus (der ist NICHT demokratisch, NICHT fair und NICHT vereinbar mit dem Wunsch nach Menschenrechten) definitiv nicht zu dem was im Rahmen der Ideale der Piratenpartei machbar sein kann. Es ist schön wenn sich auch Menschen die diese Ziele verfolgen friedlich politisch engagieren. Ich fürchte aber das die Anwesenheit solcher Personen in unserer Partei und für viele damit in ihrem täglich Leben Irritationen hervor rufen die uns allen politisch und einigen politisch schaden. Die persönlichen Abgrenzungen wo Neoliberalismus, Sozialismus, Kommunismus und andre ismen und extremismen anfangen und aufhören divergieren allerdings erheblich.

Es stört mich sehr das in der Stellungnahme Anne Helm zitiert wurde. Wer jemandem Raum gibt etwas zu verbreiten macht es sich zu eigen, da hilft kein Disclaimer und keine wischiwaschi-Distanzierung. Wenn der BuVo das toll fand soll er das sagen. Wenn nicht dann soll er bitte eine Distanzierung/Stellungnahme hinkriegen ohne die Aktion nochmal lang und breit zu erklären und mit “die Nazis sind jetzt böse auf Anne” zu derailen. Finde ich sehr schade das das so abgelaufen ist.

Es stört mich sehr das (zumindest aus dem fernen Japan) das alles aussieht als würdet ihr euch gerade massivst zerfleischen. Immernoch. Ich mag das nicht.

Gerade jetzt ist mit hunderten Dingen zu denen wir Dinge tun könnten (Kiev, Überwachung (immernoch), Fuckup der Bundesregierung in zig Fällen, Demokratiedefizit, Einkommensverteilung. Deutschland ist nicht weniger im Arsch als es bei unserer Gründung war. In den Landtagen kämpfen wir verzweifelt um Aufmerksamkeit und mit Tricks und (teils sehr guten) Ideen ein Quäntchen Piraten in die deutsche Politik zu bringen.

JA mit einem inhomogenen Haufen zu arbeiten ist schwierig.

Aber unsere Arbeit ist auf allen Feldern von Nöten.

Diese Partei steht vor dem aus und ich möchte nicht sehen wie eine dumme Aktion die vom BuVo schlecht gehandelt wurde uns den letzten Tritt versetzt.

 

Ich will sehen das wir wütend werden! Ich will das wir wieder lustig werden! Und ich will das wir laut werden!

Die Parole für diese Zwistigkeiten heisst durchhalten. Wer immer denkt abseits unserer Ideale (und ja da gibt es ausser “rechts” noch ein Abseits!) handeln oder auftreten zu müssen sollte dies nicht bei uns tun denn wir haben wichtigere Ziele als Shitstorms und Blabla.

 

Danke fürs lesen,

がんばってください

Benjamin

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